Diebstahl: Tatort Arbeitsplatz

Wenn man am Arbeitsplatz bestohlen wird, spielt nicht nur der materielle Verlust eine Rolle. Neben der Empörung zeigen sich weitere Gefühlslagen, die Enttäuschung und die Frage nach dem Vertrauen widerspiegeln. Selbstverständlich sollte man den Vorgesetzten bzw. Arbeitgeber sofort über einen Diebstahl in Kenntnis setzen. Eine Strafanzeige, gegebenenfalls gegen unbekannt, ist ebenfalls unerlässlich.

Sollte der Täter bekannt oder bestenfalls der Tat überführt worden sein, ist das Arbeitsstrafrecht ein wichtiger Aspekt. Dieses Recht regelt u. a. in solchen Fällen den so genannten „Eignungswegfall“ des Arbeitnehmers. Ein Eigentumsdelikt zerstört das Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien und rechtfertigt gegebenenfalls eine fristlose verhaltensbedingte Kündigung, da es ich um eine schwerwiegende Vertragsverletzung handelt. Der Arbeitgeber als kündigendes Organ ist jedoch an dieser Stelle beweispflichtig.

Der Verdacht: Es kann jeden treffen

Insgeheim hegt jeder Betroffene bzw. Bestohlene bewusst oder unbewusst Verdachtsmomente:

  • Wer könnte mich bestohlen haben?
  • Wann hatte er/sie die Möglichkeit dazu?
  • Wem würde ich es zutrauen?
  • Ist einer der Kollegen in einer schwierigen Situation und könnte es eine Tat aufgrund einer Ausweglosigkeit gewesen sein?
  • Wir arbeiten jahrelang zusammen, wem kann ich noch vertrauen?

Je nach den Gegebenheiten in einem Betrieb können hier zahlreiche Personen unter Verdacht geraten. Bei einer Diebstahlsmeldung an den Arbeitgeber sowie bei den Angaben im Rahmen einer Strafanzeige sollten Mutmaßungen jedoch mit Vorsicht geäußert werden, denn ein Irrtum könnte für die betroffene Person fatale Folgen haben.

Wie kann ich mich zukünftig schützen?

Selbst wenn eine Person des Diebstahldeliktes überführt wurde und arbeitsrechtliche Schritte erfolgreich waren , sollte man für die Zukunft einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, um die Wiederholung eines solchen Vorfalls auszuschließen und Kollegen und Mitarbeiter gar nicht erst in die Versuchung zu führen, einen Diebstahl zu begehen. Jetzt denken Sie sicher, dass Sie sich niemals zu einer solchen Tat verleiten lassen würden, aber leider gilt das nicht für alle Menschen.

Es ist daher sinnvoll, keine Wertsachen offen am Arbeitsplatz liegen zu lassen. Nehmen Sie nur die notwendigsten Dinge mit zur Arbeitsstätte. Bitten Sie Ihren Vorgesetzen – sofern noch nicht vorhanden – um einen abschließbaren Schrank, in dem Sie Ihre Tasche, Ihr Handy oder Ihre Schlüssel deponieren können. Vermeiden Sie die Aufbewahrung von Gegenständen, insbesondere des Haustürschlüssels, in Ihren Mantel- oder Jackentaschen an der Garderobe. Wenn sich Ihr Arbeitsplatz in einem öffentlichen Gebäude mit Publikumsverkehr befindet, sollten Sie diesen prophylaktisch auf Diebstahlsicherheit überprüfen. Auf diese Weise kann die ein oder andere böse Überraschung vermieden werden.