Fugen abdichten im Haus – eine Tätigkeit, viele unterschiedliche Anforderungen

Fugen gibt es in jeder Wohnung und in jedem Haus in großer Anzahl. Da sind Fugen am Übergang vom Fußboden zur Wand, vom Waschbecken zur Wand etc. und natürlich noch die Fugen, die Wände und Fenster sowie Türzargen, die an Wände angrenzen. Liese man all diese Fugen unbearbeitet, würde ein enormer Durchzug herrschen und ein angenehm warmes, behagliches Klima in den Räumen wäre während der Wintermonate nicht möglich. All diese Fugen müssen also abgedichtet werden, um angemessene Lebensumstände zu schaffen. Es gibt viele Möglichkeiten, die Abdichtung der Fugen umzusetzen, wobei sich vor allem zwei Dichtstoffe aufgrund ihrer hilfreichen Eigenschaften durchgesetzt haben: Acryl und Silikon. Diese beiden Dichtstoffarten funktionieren ähnlich einem Kleber, wobei die Eigenschaften merklich anders ausfallen als bei echten Klebstoffen. Verschiedene Newsletter bieten zu diesem Thema immer wieder sehr gute Tipps und Tricks. Welchen Dichtstoff man wählt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Die Materialien, die mit der Abdichtung verbunden werden sollen
    • Holz
    • Naturstein
    • Metall
    • Marmor
    • Glas
  • Die direkte Umgebung, in der Fugen abgedichtet werden sollen
    • Sanitär genutzte Räume
    • Bad (Badezimmer allgemein oder Armaturen / Installationen
  • Besondere Anforderungen an die jeweiligen Dichtmassen
    • Fungizid (Pilzhemmend – wirksam gegen die Verbreitung von Schimmelpilzsporen)
    • Aushärtend oder elastisch
    • Überstreichbar oder Farbabweisend

Dichtstoffe auf Silikonbasis für sanitäre Bereiche und Sockelleisten

Produkte, die auf Silikonbasis hergestellt werden, eignen sich aufgrund ihrer wasserabweisenden Eigenschaft vor allem für die Bereiche, in denen Feuchtigkeit zu erwarten ist. Anders als Acryl lässt Silikon Wasser nicht durch und verhindert so eine unbemerkte Schimmelbildung (unterstützt durch die fungizide Wirkung). Bei der Verarbeitung von Silikon sollte man sofort nach dem Auftragen mit dem entsprechenden Werkzeug beginnen (geübte Handwerker nutzen einen Finger, den sie zuvor in mit Spülmittel versetztes Wasser eintauchen), das Silikon gleichmäßig über die Fuge zu verteilen, sodass ein sauberer Übergang gewährleistet ist. Auch bei der Abdichtung von Sockelleisten sollte man lieber zu Silikon als zu Acryl greifen – während eine Silikonfuge Staub und Schmutz ganz gut abweist, hält eine Acrylfuge derartige Verschmutzung fest, was einen erhöhten Reinigungsaufwand nach sich zieht.

Dichtstoffe auf Acrylbasis sind vielseitig einsetzbar

Zum Abdichten von Fugen auf Bodenniveau, wie es z. B. beim Übergang von Fliesen zur Wand der Fall wäre, sind Dichtstoffe auf Acrylbasis keine gute Wahl. Acryl ist nicht wasserabweisend und bietet deshalb keinen Schutz vor Feuchtigkeit, die durch die Fugenmasse in die Wand ziehen kann. Acryl bietet sich vor allem überall dort an, wo es nicht auf wasserabweisende Eigenschaften ankommt, sondern auf ein schönes „finish“ der Fuge. Acryl ist überstreichbar und kann deshalb farblich an die Umgebung angepasst werden, um quasi unsichtbar zu sein. Über die Jahre wird Acryl (das gilt auch für silikonierte Fugen) rissig und brüchig. Solche Fugendichtungen sollten sauber entfernt und dann neu aufgebracht werden. Auf dem Bau werden beispielsweise Risse im Putz durch Acryldichtmasse von hoher Qualität gefüllt, weil sie beim Streichen beinahe unsichtbar werden. Verschiedene Hersteller (wie z. B. Sikaflex Dichtstoffe oder Beko und PCI) bieten eine breite Produktpalette für verschiedenste Einsatzmöglichkeiten an. Als Anschauungsmaterial für die richtige technische Handhabung von Acryl- und Silikondichtstoffen ist das nachfolgende Video sehr gut geeignet.

 

(Foto: Kornelia Haslbeck / flickr.com, Lizenz: CC-BY)